Rezension von Dr. Andreas Brenne zu:

Evaluation ästhetischer Erfahrungs- und Bildungsprozesse.
Beispiele zu ihrer empirischen Erforschung, München (kopaed) 2005

Pädagogische Wirkungsforschung

Aller Orten ist es zu spüren, die öffentliche Budgetierung der kulturellen Bildung nimmt in den Zeiten der Rezension stetig ab. Während die außerschulische Kultur dies durch Einbeziehung von Drittmitteln zu kompensieren sucht, sieht dies für schulisch organisierte Bildung ganz anders aus: hier ist die öffentliche Hand der alleiniger Garant. Insofern nimmt es nicht wunder, dass derartige Maßnahmen evaluiert werden, um deren Effizienz nachzuweisen.

Das vorliegende Buch ist in diesem Zusammenhang ein wertvoller Beitrag für das Fach Kunstpädagogik. Ohne eine dezidierte empirische Analyse kunstpädagogischer Szenarien und der darin ablaufenden Prozesse, sind die Rahmenbedingungen kunstpädagogischer Arbeit im schulischen aber auch im außerschulischen Kontext zumindest gefährdet.

Georg Peez gewährt in gut lesbarer und verständlicher Sprache einen fundierten Einblick in die Bedingungen und Möglichkeiten qualitativer Empirie. Es verbleibt aber nicht in der Theorie, sondern erläutert an Hand ausführlicher Praxisbeispiele die Entwicklung und Handhabung forschungsmethodischer Instrumentarien. Die vorgestellten Fallbeispiele entstammen aus der wissenschaftlichen Begleitforschung des Modellprojektes "Multisensueller Kunstunterricht unter Einbeziehung der Computertechnologie"; genannt "Muse-Computer" (www.muse-computer.de). Insofern ermöglichen die anschaulich dargestellten Fallbeschreibungen auch einen informativen Einblick in einen intermedial ausgerichteten Kunstunterricht.

Der Forschungsfokus ist hierbei auf die Rekonstruktion von ästhetischer Erfahrungen und Bildungsprozessen im Sinne eines Beitrages zur Wirkungsgeschichte von kunstpädagogischen Szenarien gerichtet. Forschungsmethodisch werden dabei narrative Interviews mit Jugendlichen sowie Gruppendiskussionen vorgestellt.

Das Buch ist als Einführung und Anleitung in die Arbeit mit qualitativen Forschungsverfahren im kunst- und kulturpädagogischen Kontext gedacht. Es richtet sich an alle Kunst-, Kultur-, und Medienpädagogen die für Praxis verantwortlich zeichnen und an der Erforschung und Evaluierung von Wirkungszusammenhängen interessiert sind, um ihre Praxis besser zu verstehen und zu optimieren. Und dies ist nicht nur in Zeiten knapper Kassen ein lohnendes Unterfangen!

Andreas Brenne

erscheint in: BDK-Info 2005