Rezension von Dr. Lars Zumbansen zu:

Peez, Georg (Hg.): Kunstunterricht - fächerverbindend und fächerüberschreitend. Ansätze, Beispiele und Methoden für die Klassenstufen 5 bis 13. München (kopaed) 2011

 

Aus der Kunst heraus, über die Kunst hinaus
Der qualitative Gehalt und die Relevanz von interdisziplinären Kooperationen in der Schule bleiben überschaubar, wenn diese lediglich als aktionistische Projektphasen missverstanden werden, die sich Schulen exklusiv im notenfreien Schonraum am Ende eines Schulhalbjahres leisten.
Der vorliegende Band nimmt diese Fallstricke einer falsch verstandenen Fächeröffnung auf, zeigt Wege auf, wie sich insbesondere das im Fächerkanon gewöhnlich marginalisierte Fach Kunst in Kooperationsprojekten profilieren kann, und wartet überdies mit einem breiten Spektrum an Unterrichtsbeispielen für die Klassen 5 bis 13 auf, die auf ganz unterschiedliche Weise Zeugnis gelungener themengebundener Kombinationen des Faches Kunst mit anderen Fächern ablegen.
Es ist das Verdienst des Herausgebers, die hier verhandelten Projektbeispiele in einen aktuell fachdidaktischen, fachhistorischen sowie allgemein bildungspolitischen Kontext einzuordnen und systematisch zu organisieren. Dabei werden zum einen konkret fächerverbindende Unterrichtsmodelle vorgestellt, die jeweils aus einer Kopplung des Faches Kunst sowohl mit anderen kulturwissenschaftlichen Fächern (Deutsch, Geschichte, Musik) als auch mit den Naturwissenschaften (Biologie, Mathematik, Physik) hervorgegangen sind. Zum anderen offeriert der Band auch größere, fächerübergreifende Projekte, die bspw. dokumentieren, wie zum Unterrichtsthema "Barock" im größeren Fächerverbund ein "Epochenfest" vorbereitet und realisiert werden kann. Darüber hinaus führt ein weiteres Kapitel ebenso fachüberschreitende Unterrichtsvorhaben auf, bei denen im Fach Kunst integrativ Aspekte anderer Fächer aufgegriffen werden, sei es über die Sprache, wie etwa im bilingualem Unterricht, oder durch thematische Horizonterweiterung, z.B. im Kontext der World Heritage Education.
Hervorzuheben ist, dass ein Großteil der in diesem Band präsentierten Unterrichtsprojekte modellhaft angelegt sind, ausgearbeitete methodische Sequenzen umfassen sowie Vorschläge zur Beurteilungs- und Bewertungspraxis.
Ein empfehlenswertes Buch für Kunstpädagogen aber auch andere Fachlehrer aus der schulischen Praxis, die Impulse für konkrete Gemeinschaftsprojekte suchen oder aber auch die systemische Integration von Fächerkooperationen im Rahmen von Schulentwicklung weiterzuführen gedenken.

wird erscheinen in: Kunst+Unterricht