Rezension von Johanna Stark zu:

Evaluation ästhetischer Erfahrungs- und Bildungsprozesse.
Beispiele zu ihrer empirischen Erforschung, München (kopaed) 2005

"In Zeiten knapper Fördergelder und zunehmender empirischer Evaluationen im Bildungsbereich muss sich auch die Kultur- und Kunstpädagogik fragen lassen, ob sie ihre angenommenen Wirkungen lediglich behauptet oder ob sich die Auswirkungen kunstpädagogischer Maßnahmen belegen lassen." Diese Aussage steht am Beginn dieses äußerst wertvollen kleinen Bandes, der die wichtigsten Aspekte zur qualitativen kunstpädagogischen Forschung sehr präzise und anschaulich zusammenfasst. Er fußt auf umfassender wissenschaftlicher sowie praktischer Erfahrung. So gelingt dieser Zusammenstellung der Versuch, wichtige Verfahren empirischer Wirkungsforschung komprimiert, sehr gut verständlich, aber dennoch differenziert darzustellen. Sie zielt darauf ab, Methoden der qualitativen Wirkungsforschung an anschaulichen Praxisbeispielen aus der Schule anleitungsorientiert und präzise vorzustellen.

Folgende Themenbereiche werden behandelt: die Rekonstruktion ästhetischer Erfahrungs- und Bildungsprozesse, der Nachweis ästhetischer Urteilsbildung, die Untersuchung der kreativen Nutzung materialbezogener und digitaler Gestaltungsmedien, die Erforschung der Förderung sozialer Kompetenzen mittels ästhetischer Praxis, die Auswertung geschlechtsspezifischer Merkmale sowie die Evaluation werkstattorientierten Kunstunterrichts.

Der Autor ist seit vielen Jahren anerkannter Experte für qualitative empirische Untersuchungen in kunst- und kulturpädagogischen Bereichen. Peez weist überzeugend auf die ästhetischen Erfahrungen als zentrale Voraussetzungen für ästhetische Bildungsprozesse und deren Strukturmomente. Beim Lesen wird klar: Solche ästhetischen Erfahrungen sind mittels angemessener Verfahren - wie etwa der teilnehmenden Beobachtung - nachzuweisen.

So ist der Einführungs-, aber auch Anleitungscharakter dieser Publikation ist evident. Sehr zu empfehlen ist dieses Buch deshalb sowohl interessierten Einsteigern - etwa Studierenden im Praktikum - als auch allen Verantwortlichen in der schulischen und außerschulischen ästhetischen Erziehung, die ihre kunstpädagogischen Maßnahmen evaluieren und optimieren möchten.

Johanna Stark

erschienen in: Kunst+Unterricht Heft 293/ 2005, S. 48