Rezension von Verena Widmaier zu:

Goritz, Christoph / Michaelis, Margot / Peez, Georg (Hg.): Werkstatt Kunst. Band 1. Schulbuch für die Klassenstufen 5 und 6. Braunschweig (Schroedel Verlag) 2012

 

In diesen Tagen wurde ein neues Schulbuch für das Fach Kunst (Bildnerisches Gestalten) mit dem Titel "Werkstatt Kuns"“ im Schroedel Verlag herausgegeben. Unsere Deutschen Kolleginnen und Kollegen Georg Peez, Margot Michaelis, Christoph Goritz, Dana Schällert, Andreas Schwarz, Elfi Alfermann und Ahlrich von Ohlen haben das Buch für die Schule entwickelt und zusammengestellt.
Der erste Band ist für (leistungs-) heterogene Lerngruppen vor allem der Mittelstufe (4.-6. Primarklasse) und auch der Oberstufe (1. Sek) konzipiert. Adäquat für die Klasse 5 in Deutschland kann in der Schweiz die Volksschule ab der 4. Primarklasse bis in die Oberstufe empfohlen werden.
Wer das Buch in die Hand nimmt und mit Lesen und Schauen beginnt, wird durch die Gestaltung der Seiten und die vielfarbigen Ideen zum Weiterblättern aufgefordert.
Das Buch ermöglicht Binnendifferenzierung im Gestaltungsunterricht. Es orientiert sich an werkstatt- und subjektbezogenen Ansätzen und befähigt die Schülerinnen und Schüler, mit diesem Buch auch selbstständig im Unterricht zu arbeiten. Die Schülerinnen und Schülern werden im Buch angeregt Impulse aufzugreifen und ihre Ideen dazu praktisch umzusetzen. Lernen durch ästhetische Praxis und handlungsorientierte Rezeptionsmethoden wird auf diese Weise möglich.
Wie könnte das Buch im Unterricht für das selbstständige Arbeiten der Schülerinnen und Schüler genutzt werden? Diese Frage sollte sich die Lehrperson je nach Rahmenbedingungen zurechtlegen.
Die erarbeiteten Inhalte und Vorgehensweisen dienen auf jeden Fall auch der Lehrperson selber. Das Buch greift in fast allen Bereichen auf Kulturtechniken und Verfahren zurück, die mit den Lehrplänen koordiniert werden können. Es verknüpft die Sachbereiche des Unterrichts mit alltags- und lebensweltlichen Perspektiven. Außerdem werden berufsbezogene Kompetenzen fokussiert. Die Aufgabenstellungen sind offen gehalten, aber in der Sache präzise verankert und im Inhalt erprobt. Die Balance zwischen technischen Aspekten in den Verfahren und Vorgehensweisen und den inhaltlichen Aspekte wie Anregungen zu Motiven und Themen ist gewährleistet. Was das Buch nicht ersetzen kann: einen spannenden eigenen Unterricht im Bildnerischen Gestalten. Wenn die Fachpersonen jedoch immer schlechter ausgebildet und die Ressourcen für den entsprechenden Fachunterricht immer knapper werden, dann würde das Buch der allgemeinen Bildung im Fachbereich extrem dienen.

erschienen in: Heft 06. Publikation des Verbandes der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer für Bildnerische Gestaltung LBG-EAV. März 2013, S. 303-352