Schüler-Interaktion im Klassenraum

Eine phänomenologisch orientierte Fotoanalyse alltäglicher performativer Gesten

Eva Wagner / Georg Peez

Obwohl inzwischen auch verstärkt visuelle Daten in der qualitativen Empirie zum Einsatz kommen, setzt die phänomenologisch orientierte Forschung primär auf die verbalen Äußerungen (z.B. Peters 1996; Sabisch 2007, S. 192f.). Doch gibt es durchaus unterschiedliche Ansätze für phänomenologisch orientierte Bildanalysen. Viele beziehen sich auf Kunstwerke (u.a. Schulze 1990; Rittelmeyer 1990 u. 1996; Herrlitz/Rittelmeyer 1993; Kläger 1999; Gruschka 2004a, 2004b; Schmidtke 2007). Seltener werden den Alltag dokumentierende Fotografien interpretiert (Gruschka 2005; Marotzki/ Niesyto 2006; Peez 2007; Peez/Setzkorn 2007). Insbesondere bezogen auf die Fotoanalyse werden im Folgenden die phänomenologisch orientierten Forschungsschritte und Analysemethoden (Lippitz 2 1987, S. 109ff.; Mayring 3 1996, S. 86ff.) vorgestellt und angewandt werden.

(1) Forschungsschwerpunkt

Unsere Leiblichkeit ist Grundvoraussetzung für Sinnlichkeit, Erfahrung und Erkenntnis. Sinn entsteht in der leibhaftigen Begegnung. Über unseren Leib haben wir an der Welt teil, mit ihm gehen wir vielfältige Beziehungen zur Welt ein. Er ist zudem unser Kommunikationsmittel (Seitz 1996; Stenger 2003, S. 176f.). Dies gilt für alle Lebensbereiche, somit auch in der Schule. Im Zuge qualitativ empirische Forschung rückt die Perspektive des Performativen in den Mittelpunkt. Hier geht es um die rituellen Praktiken sozialen bzw. pädagogischen Handelns, deren wirklichkeitskonstitutive Prozesse sowie den Zusammenhang von körperlichem Handeln in unterschiedlichen institutionellen und situativen Kontexten (Zirfas 2008, S. 113). Dieser Aspekt des Performativen lässt sich anhand seiner Vielschichtigkeit und auch Flüchtigkeit vornehmlich mit visuellen qualitativ-empirischen Verfahren rekonstruieren.
In der vorliegenden Studie soll in diesem Sinne der performative Blickwinkel auf die sozialen, individuellen und implizit historischen Aspekte einer schulischen Alltagssituation geworfen werden. Diese Alltagssituation bezieht sich auf die Interaktion von Grundschulkindern in einer Kleingruppe an einem Gruppentisch im Kunstunterricht. Thema ist hier das informelle gegenseitige Bewerten von im Unterricht erstellten Zeichnungen.

(2) Erhebungskontext in Bezug zum Forschungsfokus

Bei dem im Folgenden untersuchten Bild handelt es sich um eine Fotografie aus einer Serie von insgesamt 45 Digitalfotos. Jedes dieser Farbfotos hat eine Größe von 2560×1920 Pixeln mit einem Speicherbedarf von ca. 4,2 MB. Diese Fotos dokumentierten eine fächerübergreifende Unterrichtsreihe, die im Jahre 2004 in der dritten Klassenstufe einer Grundschule in einem Dorf am Rande des Ruhrgebiets stattfand. Über einen längeren Zeitraum hinweg hatten sich die Kinder in unterschiedlichen Fächern bereits mit dem Thema „Städte früher“ beschäftigt und in diesem Zusammenhang auch das Thema „Burgen“ durchgenommen. Nachdem sie in den vorhergehenden Stunden im Kunstunterricht eigene Personenwappen für sich entwerfen sollten, war die Aufgabe nun, im A3-Format eine Bleistiftzeichnung einer Burg anzufertigen, in der das von ihnen zuvor entworfene Wappen integriert werden sollte.
Das Foto wurde im Rahmen eines studentischen Fachpraktikums innerhalb des Hauptstudiums von Eva Wagner erstellt und wurde im von Georg Peez durchgeführten fachdidaktischen Seminar "Fotoanalyse in der kunstpädagogischen Praxisforschung" 2005 qualitativ-empirisch ausgewertet.
Diese Informationen zum Kontext fließen aber nicht unkontrolliert in die weitere Analyse ein, sondern kontrolliert, d.h. vor allem um Lesarten des Fotos zu generieren und diese erst in einem zweiten Schritt zu plausibilisieren.

Abb. 1

(3) Erster Materialdurchgang

Die Fotos zeigen im Überblick eine 45-minütige Schulstunde in einer Grundschulklasse (Abb. 1). Der Klassenraum ist so eingeteilt, dass die Schüler an mehreren Gruppentischen zu jeweils maximal sechs Kindern sitzen. Die Tischgruppen bestehen aus je drei zusammen geschobenen Tischen. Auf den meisten Fotos sitzen die Kinder an ihrem Platz und zeichnen. Ihr Zeichenblock liegt vor ihnen und ihre Federmäppchen mit Buntstiften sind meist offen. Ab und zu sieht man, dass einzelne Kinder aufgestanden sind und im Klassenraum umherlaufen. Die meisten sitzen aber während des Zeichnens, sie unterhalten sich ab und zu oder schauen auf die Blätter ihrer Tischnachbarn. Die Atmosphäre wirkt ruhig und konzentriert. Ist die Lehrerin abgebildet, so steht sie meist in dem Bereich des Klassenraums, wo sich die Wandtafel befindet. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten also offenbar weitgehend selbstständig in den Kleingruppen an ihren Tischen. Der Raum ist hell und durch eine hohe, lange Fensterfront fällt Tageslicht in den Saal.

Abb. 2                             Abb. 3

(4) Auswahl eines Fotos in Bezug auf die Forschungsfragen

Obwohl in diesem Beitrag nur ein einzelnes Foto ausgewertet wird, sollte eine solche Einzelbildanalyse "nie ohne Bezug zum Referenzbestand" erfolgen, "aus dem das zu analysierende Foto ausgewählt wurde" (Mietzner/ Pilarczyk 2003, S. 28). Neben technischen Auswahlkriterien (ausreichende Belichtung, Schärfe der Aufnahme) ist der Bezug zum Forschungsschwerpunkt ausschlaggebend. Und zwar sollen die Verhaltensweisen in Form von Interaktionen der Schülerinnen und Schüler miteinander im Unterricht im Mittelpunkt stehen. Finden während des Zeichnens im Unterricht Interaktionen der Kinder untereinander statt? Um welche Art Interaktion handelt es sich? Inwieweit werden Interaktionen durch die räumliche Struktur beeinflusst? Welchen Anteil hat die körperliche Präsenz der Kinder bei deren Interaktionen? Angesichts dieser Fragen fiel die Wahl auf eines der Fotos, auf dem mehrere Kinder in Kontakt miteinander sind und auf dem vor allem unterschiedliche Interaktionsformen der Kinder zu sehen sind (Abb. 2).

(5) Phänomenologisch orientierte Wahrnehmung, Beschreibung und Sequenzierung des Fotos

(5 a) Erste Eindrücke und Empfindungen beim Betrachten des Fotos (Abb. 2 u. 3)
Beim ersten Betrachten des Bildes wirkt alles sehr bunt; die Farben Blau, Gelb und Rot dominieren. Es handelt sich offensichtlich um einen schulischen Unterrichtsraum, in dem sich mehrere Kinder um einen Gruppentisch versammelt haben. Zentral im Bild ist ein weißer, rechteckiger Bogen Papier zu erkennen. Ebenfalls im Zentrum des Bildes in unmittelbarer Nähe wird ein Kind von einem anderen Kind am Hinterkopf berührt. Viele der Kinder sind von hinten oder von der Seite zu sehen, nur ein Kind frontal von vorne. Die unmittelbare Wirkung des Gesamt-Bildes ist unübersichtlich und dynamisch. Das Verhalten der Kinder wirkt lebhaft.
(5 b) Bildgattung
Auf diesem Foto machen die Schülerinnen und Schüler einen ungezwungenen Eindruck. Auf anderen Fotos, bei denen die Kinder merkten, dass sie fotografiert wurden, hatten sich einige ein wenig in Szene gesetzt, etwa als brave Schüler, die fleißig arbeiten. Bei dem hier ausgewählten Foto merkten die Kinder laut Erinnerungsprotokoll der Fotografin jedoch kaum, dass sie aufgenommen wurden. Sie sind in die gegenseitige Interaktion vertieft. Das Bild lässt sich keiner bestimmten Bildgattung zuordnen – am ehesten ließe es sich – gemäß den Fachbezeichnungen der bildenden Kunst – als Genre-Szene benennen, also der Darstellung einer Alltagsszene im Leben ‚einfacher Leute‘. Gerade im 19. Jahrhundert, hier besonders im Biedermeier, wurden auch Situationen aus der Schule dargestellt. Das vorliegende Foto sollte aber wohl eher als Dokumentationsfoto und/oder Schnappschuss bezeichnet werden. Es ist spontan entstanden und dient der Dokumentation des Unterrichts während des Fachpraktikums der fotografierenden Studentin.
(5 c) Detaillierte Bildbeschreibung des Fotos
Der Blick des Betrachters führt von der Mitte des linken Bildrandes über den hellblauen Arm eines von hinten zu sehenden hellblau bekleideten Mädchens direkt in das Bildzentrum. Um das Zentrum herum in der Mitte des Fotos befindet sich eine Gruppe von Kindern, bzw. deren Köpfe und Oberkörper, vielfach mit bunter Kleidung, die sich kaum von dem ebenfalls sehr farbigen Umraum abgrenzt. Im Hintergrund nimmt man eine sehr intensiv gelbfarbige Wand wahr, die jedoch durch mehrere Elemente durchbrochen wird: Links oben kann man eine weiße Tafel (vielleicht für Overheadprojektionen) mit einem darunter befindlichen Tisch sowie weiter rechts den Ausschnitt einer Tür erkennen. An der rechten Wand befinden sich ein kleines Waschbecken, ein weißer Schrank sowie ein offenes Regal mit unterschiedlichen, ordentlich sortierten Materialien. Im unteren Bereich dieses Regals lässt sich eine Vielzahl von Heften oder Büchern erkennen. An der dunklen Zimmertür wie auch an der weißen Schranktür hängen helle A4-Blätter. Der gesamte Bildraum ist stark gefüllt; ein Eindruck, der durch die "herangezoomt" wirkende Situation der Kinder am Tisch – mit "Anschnitt" der Kinderbeine und Stühle an der unteren Fotokante – verstärkt wird.
Der Betrachterblick verweilt jedoch zunächst im Bildzentrum. Verfolgt man den Arm des links stehenden blonden Mädchens mit dem hellblauen Kapuzen-Sweatshirt von links in die Bildmitte, so zeigt sich, dass es mit seiner Handinnenfläche den Hinterkopf eines weiteren Kindes berührt. Das am Kopf berührte Kind, welches einen gelben Rollkragenpullover und eine braune Cordhose trägt und die langen Haare mit einem auffällig roten, dicken Zopfgummi zu einem so genannten Pferdeschwanz zusammengebunden hat, ist nur von hinten zu sehen. Im Gegensatz zu dem Kind, von dem es am Hinterkopf berührt wird, sitzt es auf einem Stuhl an einem (Gruppen-)Tisch.
Der Blick wandert weiter zum rechten Teil des Bildes, wo sich am rechten Bildrand stehend ein weiteres Mädchen befindet. Das sitzende Mädchen in der Mitte des Fotos wird also eingerahmt durch zwei stehende Mädchen. Diese Wirkung wird noch verstärkt durch die nahezu identische Kleidung beider stehender Kinder: hellblaue Kapuzen-Sweatshirts und leicht ausgewaschene Bluejeans. Beide Kinder haben zudem die gleiche blonde Haarfarbe, wobei das Mädchen am linken Bildrand eine Pferdeschwanz-Frisur trägt, während das Mädchen im rechten Bildteil offene und etwa kinnlange Haare mit einer Haarspange hat. Das Motiv des Sterns auf der rechten Gesäßtasche des Mädchens vorne links scheint sich auch am unteren Teil der Hose des Mädchens rechts in etwas anderer Darstellungsform zu finden.
Obwohl beide Mädchen stehen, unterscheidet sich ihre Körperhaltung stark voneinander. Während das linke Mädchen mit nach hinten geneigtem Oberkörper und leicht nach rechts angewinkeltem Kopf auf das sitzende Mädchen schaut und, wie beschrieben, mit leicht angewinkelten Arm das in der Mitte sitzende Mädchen am Kopf berührt, steht das rechte Mädchen mit leicht nach vorne in Richtung des sitzenden Kindes geneigtem Kopf. Dieses rechts stehende Mädchen fasst sich mit der linken Hand an den nach hinten hochgezogenen rechten Fuß und nimmt somit eine sehr unsichere Standhaltung auf seinem linken Bein ein. Es ist anzunehmen, dass sie sich mit ihrer rechten Hand an einem vor ihr stehenden Stuhl abstützt.
Diese beiden – in ihrer Kleidung, aber nicht in ihrer Körperhaltung symmetrisch wirkenden Mädchen – rahmen die dargestellte Szene ein. Der Blick richtet sich nun von dieser vorderen Szenerie nach hinten. An der gegenüberliegenden Seite des Tisches steht ein den Kopf nach unten neigendes, leicht lächelndes Mädchen mit langen, gelockten, blonden Haaren und einem farbig gemusterten, überwiegend roten Longarmshirt. Dieses Mädchen ist als einziges Kind auf dem Foto in Frontalansicht zu sehen. Mit beiden Händen streckt es den um einen Gruppentisch angeordneten Kindern einen aufgeschlagenen A3-Zeichenblock Richtung Bildmitte entgegen. Durch ein weiteres genaueres Betrachten der dargestellten Gruppe lassen sich nun noch mehr Kinder differenzieren: Vor dem rechts stehenden Mädchen mit dem hellblauen Pullover sitzt ein Kind, welches jedoch zum Teil von dem hinter ihm stehenden und dem in der Mitte sitzenden Mädchen verdeckt wird. Die sitzende Person trägt einen rot-beigen Fleecepullover und eine Kurzhaarfrisur. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um einen Jungen handelt. Außerdem wird am linken Bildrand eine weitere Person sichtbar, die ebenfalls in einem hellblauen Pullover gekleidet ist und nahezu vollständig durch das links stehende Mädchen verdeckt wird. Das Geschlecht dieses Kindes ist nicht identifizierbar.
Es ist also zunächst festzuhalten, dass es sich um eine Gruppe von sechs Kindern handelt, schätzungsweise in einem Alter von etwa sieben bis neun Jahren. Dem Kontextwissen nach wurde das Foto in der dritten Jahrgangsstufe einer Grundschule aufgenommen. Alle Schülerinnen und Schüler platzieren sich stehend oder sitzend um eine Tischgruppe.
Die körperliche Nähe bzw. zum Teil der Körperkontakt zwischen den einzelnen Kindern fällt auf. Signifikant ist hier vor allem die nahe der Bildmitte stattfindende Berührung des links stehenden Mädchens. Es sieht so aus, als streichele das links stehenden Mädchen dem in der Mitte sitzenden Mädchen mit ihrer Handinnenfläche über die Haare deren Hinterkopfes. Dieses in der Mitte sitzende Mädchen mit gelbem Rollkragen-Pullover berührt im Bereich der Hüfte den rechts neben ihm sitzenden Jungen, evtl. berühren sich auch ihre Oberschenkel. Und das rechts stehende Mädchen hält sich auf einem Bein stehend – wie beschrieben – wahrscheinlich mit seiner rechten Hand an der Rückenlehne des Stuhls fest, auf dem der Junge sitzt. Im Gegensatz dazu steht das Kind, welches man frontal betrachten kann, auf der anderen Seite des Tisches zwar in der Gruppe, jedoch ohne körperlichen Kontakt zu den anderen Kindern. Es hat seinen rechten Oberschenkel allerdings an den Tisch gedrückt, und macht hierdurch auch körperlich die Nähe zur Tischgruppe deutlich.
Beobachtet man den Gruppentisch noch genauer, werden weitere Details sichtbar. Auch das sitzende, mit einem Rollkragen bekleidete Mädchen hat einen A3-Zeichenblock vor sich liegen, welchen sie aber mit ihren ausgestreckten Armen mittels aufliegenden Ellbogen fast vollständig verdeckt. Der Junge rechts von ihr hält mit beiden Händen einen schräg nach oben gekippten Zeichenblock fest. Schaut man sich den fast verdeckten Zeichenblock des sitzenden Mädchens an, so zeigt sich in der Detailansicht unten links in der Ecke eine mit sehr feiner Linienführung eine gezeichnete Figur. Es könnte sich um einen Reiter auf einem Pferd an der unteren Blattkante handeln; weitere Details dieser Zeichnung sind allerdings nicht erkennbar. Es sind zudem mehrere Stifte-Etuis bzw. Federmäppchen auf dem Tisch verteilt, eins im Vordergrund ist auffällig pink-farben. Das Vorhandensein der Zeichenblöcke deutet auf eine Situation im Kontext von Zeichen- bzw. Kunstunterricht hin.
Interessant ist, dass einige Beteiligte stehen, während andere sitzen. Die Sitzenden haben offenbar ihren festen Platz hier am Tisch. Ob die zwei rechts und links stehenden Kinder sonst an diesem Gruppentisch sitzen und nur kurz aufgestanden sind oder eigentlich nicht zu dieser Tischgruppe gehören, ist aufgrund dieses einen Fotos nicht zu klären. Das Mädchen im Hintergrund, welches frontal zu erkennen ist, scheint allerdings deutlich zu diesem Tisch zu gehören, da es so aussieht, als sei es kurz aufgestanden und hinter ihm sei noch ein Stuhl frei.
Obwohl die dargestellte Situation viele schulische Aspekte aufweist, bleiben auf den ersten Blick einige wesentliche Dinge offen. Eine Lehrperson oder die Interaktion mit einer Lehrperson sind in diesem Ausschnitt nicht zu erkennen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es sich um keinen Frontalunterricht handelt, da die Aufmerksamkeit der Kinder nicht auf eine Lehrperson gerichtet ist, sondern auf die im Folgenden näher analysierten Interaktionen untereinander.

(6) Interpretation

Wie bereits beschrieben, handelt es sich um eine Gruppe von insgesamt sechs Schülerinnen und Schülern, die sich an einem Tisch in einem Schulraum gruppiert haben. Betrachtet man die Blickrichtungen der Kinder genauer, spielen sich mehrere Interaktionsprozesse ab. Wir gehen hier zunächst auf die Situation im Vordergrund ein.
(a) Bereits geschildert wurde in diesem Zusammenhang die Verbindung der zwei stehenden, in hellblauen Kapuzen-Sweatshirts gekleideten Mädchen mit dem sitzenden Mädchen im gelben Rollkragen-Pullover. Die Verbindung des linken Kindes zu diesem sitzenden Mädchen ist durch die Berührung des Hinterkopfes, oberhalb des Pferdeschwanzzopfes, offensichtlich. Die fotografische Unschärfe der Hand, insbesondere des Daumens, macht deutlich, dass sich die Hand während des Auslösens der Kamera in Bewegung befindet. Diese Berührung lässt sich auf zweifache Weise deuten: Zum einen kann es sich bei dieser Geste um ein Streicheln über den Kopf handeln. Dann würde die Berührung körperliche Nähe und Vertrauen der zwei Mädchen zueinander ausdrücken. Diese Geste hätte einen tröstenden Charakter. Zum anderen ließe sich diese Geste als ein freundschaftlicher Klaps, ein leichtes Schlagen auf den Hinterkopf deuten. Das sitzende Mädchen duckt sich allerdings nicht und bewegt seinen Kopf auch nicht weg, evtl. schiebt es seinen Kopf jedoch etwas nach vorne. Was für den Klaps als Deutungsvariante sprechen würde, wäre das Verhalten des sitzenden Mädchens. Es öffnet sich nicht durch eine körperliche Geste hin zu der sie berührenden Mitschülerin. Sie verdeckt sogar die vor ihr liegende Zeichnung im Zeichenblock mit ihren Armen. Niemand kann ihre Zeichnung einsehen. Das sitzende Mädchen richtet seinen Blick sogar weg von der sie berührenden Mitschülerin zur anderen Seite. Das links stehende Mädchen im hellblauen Sweatshirt neigt ihren Kopf zugleich dem sitzende Mädchen zu. Ob Streichen oder freundschaftlicher Klaps, beide Deutungen würden sich auf die Zeichnung im Zeichenblock und die diese verdeckende Geste des sitzenden Mädchens beziehen. Direkt ausgedrückt: Entweder wird die sitzende Schülerin von der stehenden angesichts einer nicht vorzeigbaren, als schlecht empfundenen Zeichnung getröstet (Streicheln) oder gerügt (leichte Schläge). Wäre es eine tröstende, aufmunternde Geste, dann übernähme die links stehende Schülerin ironisch die Rolle eines Erwachsenen mit fürsorglichem Erziehungsauftrag (z.B. Mutter oder Lehrerin). Wären es Schläge, dann würde hier die Erziehungsmaßnahme einer körperlichen Züchtigung ironisch abgemildert vollzogen. Das stehende, dann schlagende Mädchen übernähme frotzelnd die autoritäre Kontroll- und Strafinstanz einer nicht anwesenden Erziehungs- bzw. Lehrperson. – Nicht auszuschließen ist, dass sich beide Deutungsvarianten in der Geste der Schülerin gar verbinden; z.B. erst Schlagen, dann Trösten.
(b) Das zweite, auf einem Bein stehende Mädchen rechts hält seinen Kopf so, als wolle es über die Schulter der sitzenden Mitschülerin auf diese Zeichnung schauen, aber der Einblick wird ihr verwehrt. Eventuell als eine Art Übersprungshandlung zur auferlegten Passivität balanciert sie daraufhin auf nur einem Bein. Übersprungshandlungen sind auf den ersten Blick unpassend erscheinende Verhaltensweisen, die keinem im Kontext sinnvoll erscheinenden Zweck dienen, durch die aber Spannung und Handlungsenergie abgeleitet werden. Sie sind vergleichbar mit menschlichen Verlegenheitshandlungen. – Eine weitergehende Deutung des Verhaltens dieser drei Schülerinnen ist nur im Kontext der anderen Interaktionsdeskriptionen möglich.
(c) Obwohl offensichtlich beide stehenden Kinder ihre Aufmerksamkeit auf das sitzende Kind (und den von ihm verdeckten Zeichenblock) richten, findet kein Blickkontakt zwischen den drei Mädchen statt. Das sitzende Mädchen richtet seine Aufmerksamkeit auf das ihm gegenüber stehende Mädchen im auffällig gemusterten roten Longarmshirt. Diese auch dem Betrachter der Fotografie mit dem gesamten Oberkörper frontal zugewandte Schülerin präsentiert ihren Zeichenblock offensichtlich, indem sie ihn auf Brusthöhe mit beiden Händen über die Tischfläche hält in einem Winkel, dass die umstehenden und -sitzenden Mitschüler auf das oberste Blatt ihres Zeichenblocks gut schauen können. Ob sich hierauf eine Zeichnung befindet, ist wegen der Überbelichtung an dieser Stelle nicht direkt zu sehen. Durch digitale Bildbearbeitung mittels Kontrast- und Helligkeit-Regulierung lässt sich allerdings schemenhaft eine in der oberen Blattmitte befindliche Zeichnung erkennen. Die dritte Interaktion ist also das Betrachten der von ihr präsentierten Zeichnung durch die sitzende, dem Bildbetrachter mit dem Rücken abgewandte Schülerin im gelben Rollkragen-Pullover, die ihre eigene Zeichnung verdeckt und nicht zeigen möchte.
(d) Doch spielt sich daraufhin überraschenderweise eine weitere Interaktion ab: Während die hinten stehende Schülerin ihren Block in Richtung der sitzenden Mitschülerin hält, geht ihr Blick allerdings nicht in Richtung dieser vor ihr sitzenden Schülerin. Die stehende Schülerin im teils roten Shirt blickt mit einem leichten Lächeln eindeutig dem rechts sitzenden Jungen ins Gesicht. Hier zeigt sich eine vierte Interaktion, einerseits über den beschriebenen Blickkontakt und andererseits über die Gesten beider Kinder mit ihren Zeichenblöcken. Während das stehende Mädchen seinen Zeichenblock ganz offensichtlich präsentiert – der Blick des Betrachters des Fotos fällt unmittelbar auf ihren Zeichenblock – , so hebt auch der sitzende Junge seinen Zeichenblock an, dass das stehende Mädchen die darauf vermutlich befindliche Zeichnung betrachten kann. Beide Kinder zeigen sich also gegenseitig ihre Zeichnungen, indem sie den Block jeweils in einen für den angesprochenen Betrachter günstigen Blickwinkel halten. Im Gesichtsausdruck des stehenden Mädchens ist hierbei durchaus eine gewisse Zufriedenheit und innere Ruhe abzulesen. Offenheit und Vertrauen, vielleicht auch Stolz – sprechen aus der gegenseitigen Darbietung.
Der Inhalt des Fotos lässt sich also durch einen "Loop" erklären, eine "Schleife", die zu einer tieferen Erkenntnis der dargestellten Interaktionen führt: Denn die eingangs unter (a) beschriebene Handlung, das Streicheln über den Kopf, bekommt nach der Beschreibung der Interaktionen unter (b), (c) und (d) eine zusätzliche oder tiefere Bedeutung. Es handelt sich um eine Geste des Tröstens einer mit ihrer Zeichnung unzufriedenen, sich primär selbst ausschließenden Schülerin angesichts der mit Stolz präsentierten Zeichnungen der Mitschülerin und des Mitschülers.
Insgesamt ist die Atmosphäre der Gruppe aufgrund der beschriebenen unterschiedlichen Verhaltensweisen in Verbindung mit der körperlichen Nähe von Vertrauen zueinander geprägt. Dies gilt auch angesichts der dissonanten Verhaltensweisen des offenen Präsentierens von Arbeitsergebnissen in Form von Zeichnungen und des Verbergens der eigenen Zeichnung vor den Mitschülern. Gerade die Geste des Verbergens mit den Unterarmen durch die Schülerin im gelben Rollkragenpullover und mit langem Zopf bewirkt die körperliche Interaktion ihrer links stehenden Mitschülerin, die ihr leicht tröstend über die Haare streicht. Das wohl frustrierte Verbergen provoziert also die aussagekräftigste Interaktion, das Streicheln über den Kopf, das Trösten. Ob es sich hierbei um eine gewisse ironische Übertreibung des Tröstens handelt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden und ist zugleich für die Bildaussage zweitrangig.
Die Interpretation im Folgenden fokussiert die Frage: In welcher Beziehung stehen die körperlich basierte Interaktion der Schülerinnen und Schüler zu dem pädagogischen Setting im Klassenraum?
Die Kinder haben sich hier um einen Gruppentisch versammelt. Drei Zweiertische bilden eine Tischgruppe an der sechs Kinder Platz haben. Die Sichtung aller Fotos zu Beginn (Abb. 1) ergab, dass die ganze Klasse in solche Tischgruppen aufgeteilt ist. Im Gegensatz zu einer historisch tradierten Ordnung der Tische in Reihen oder der Aufstellung der Tische in Hufeisenform, fördern Gruppentische die Interaktionsmöglichkeiten der Kinder untereinander bewusst. Alle Kinder einer Kleingruppe können sich der „sozialen Kontrolle“ kaum entziehen; sie schauen sich gegenseitig an und sehen zu, was andere Kinder gerade machen. Ein Gruppentisch ist kommunikationsfreundlich. Die dargestellte Szene beinhaltet zudem, dass nicht nur Kinder eines Gruppentisches miteinander ins Gespräch kommen, sondern auch Kinder anderer Tische können von ihrem Platz aufstehen und an anderen Tischgruppen "vorbeischauen". Aus der Kontextinformation zur dargestellten Unterrichtssituation und aus der eingangs gesichteten gesamten Fotoserie ergibt sich, dass es den Schülerinnen und Schülern erlaubt ist, während des Unterrichts ihre Sitzplätze zu verlassen.
Ohne an dieser Stelle näher auf das Unterrichtsthema eingehen zu wollen, ist dennoch festzustellen, dass sich alle Kinder mit dem Gleichen beschäftigen: Das Zeichnen auf den Zeichenblock ist in dieser Schulstunde Unterrichtsgegenstand. Es ist allerdings nicht zu erkennen, ob sich alle Kinder mit dem gleichen Bildmotiv oder –thema auseinandersetzen. Dennoch führt dies auf der Basis desselben Gestaltungsverfahrens zu einer Vergleichbarkeit. Zeichnerische Leistungen können unmittelbar in Beziehung zueinander gesetzt werden. So zeigen sich der sitzende Junge und das ihm schräg gegenüberstehende Mädchen gegenseitig ihre Werke. Die beiden anderen stehenden Mädchen hingegen, so macht es den Eindruck, wollen sich eher das Bild des sitzenden Mädchens anschauen, welches seine Arbeit allerdings mit den Armen verdeckt. Ästhetische Bewertungssituationen werden performativ ausgedrückt, und dies geschieht in sozialer Interaktion, gerade auch über spontane Körpergesten. Positive Beurteilungen zeigen sich über stolzes Präsentieren. Ablehnung zeigt sich durch eher verschämtes Verbergen, das wiederum zu einer Geste des Tröstens herausfordern kann.
Für diese Möglichkeiten gibt das Unterrichtssetting Freiraum. Durch dieselbe bildnerische Technik wird die spontane Vergleichbarkeit der Schüler(zwischen)ergebnisse untereinander gefördert. Differenzierung und Individualisierung in den Interaktionen der Kinder untereinander, die durch die Gestaltung des Unterrichtsraums ermöglicht sind, werden begleitet von gegenseitigen, emotional getönten, bewertenden Vergleichen der Schülerinnen und Schüler in den Kleingruppen. Man könnte pointiert sagen: In einer funktionierenden Kleingruppe ist die soziale und pädagogisch-institutionelle Kontrolle wirksam, und zwar nicht direkt durch die Interaktion mit der Lehrerin, sondern indirekt in der gegenseitigen Einschätzung der Schülerinnen und Schüler untereinander. Emotional negative Erfahrungen werden Klassen-öffentlich, sie können durch herbeieilende Freunde bzw. Mitschülerinnen und Mitschüler abgemildert werden; eine Abmilderung, die entweder durch Trösten oder durch die Ironisierung einer Strafmaßnahme (Schlagen auf den Hinterkopf) erfolgen kann.
Neben dem gegenseitigen Präsentieren der eigenen Arbeiten ist aus der dargestellten Situation aber auch noch ein anderes Interaktionsmerkmal zu erkennen. An dieser Stelle sei noch einmal auf die Situation im Vordergrund eingegangen. Das sitzende, mit einem gelben Pullover bekleidete Mädchen schaut sich zwar auch die Zeichnung des ihm gegenüberstehenden Mädchens an, verdeckt die eigene jedoch mit ihren Armen, obwohl sich die Blicke der neben ihr stehenden Mädchen auf diese richten. Die Berührung des linken Mädchens wurde als Nachahmen einer Geste einer nicht vorhandenen Erziehungsperson – in der Schule wohl einer Lehrperson – divergent gedeutet. Es ist anzunehmen, dass das sitzende Kind seine Zeichnung nicht öffentlich zeigen will, vielleicht weil es seiner Meinung nach im Vergleich zu der Zeichnung des frontal zeigenden Mädchens schlechter abschneidet. Es findet hier also neben dem Vergleichen auch eine komplexe Interaktion der Kinder untereinander statt. – Oder mit anderen Worten und verallgemeinernd: Innerhalb der heutzutage dominanten Form der Tischgruppen in den Klassenräumen der Grundschule disziplinieren sich die Mitglieder einer im pädagogischen Sinne funktionierenden Kleingruppe untereinander. Indirekt werden diese Vergleiche fördernden und teils konkurrenz-orientierten Gruppeninteraktionen stark von einer für alle Kinder einheitlichen Aufgabenstellung geprägt. Die pädagogisch-institutionelle Kontrolle, Selektion und Disziplinierung wird somit nicht mehr direkt erfahrbar, doch wird sie von den Kindern untereinander ausgeübt und wirkt daher subtiler als in historisch überlieferten Interaktionen im Klassenzimmer.

Abb. 4

Ein kurzer Exkurs mag einen Aspekt des kulturellen Bedeutungsgehaltes der Geste auf unserem Foto noch klarer konturieren. Die historische Abbildung einer schulischen Situation aus dem 19. Jahrhundert (Abb. 4) zeigt ebenfalls ein vergleichendes Betrachten einer Zeichnung durch Kinder in einer Gruppe. Allerdings vergleichen die Kinder – drei Jungen – hier nicht eine Schülerzeichnung mit einer Schülerzeichnung, sondern eine karikierende Schülerzeichnung mit der Realität des Antlitzes ihres Lehrers. Dieser Vergleich vollzieht sich sowohl in den Köpfen der drei Schüler als auch in uns als Bildbetrachter. Die Rollenzuweisung der Funktion der Disziplinierung und Kontrolle an den Lehrer als Vertreter der Institution Schule ist hier noch eindeutig, denn der neugierige Lehrer zückt bereits seinen unter dem Oberarm steckenden Zeigestock, der im nächsten Moment wohl zur körperlichen Züchtigung genutzt werden wird.
Es liegt nahe, einen ikonologischen Vergleich der markanten und zugleich doppeldeutigen Handgeste des Mädchens mit historischen Darstellungen von Lehrergesten anzustellen. Die teils invasive, teils schlicht Aufmerksamkeit schenkende Haltung des in Bild gesetzten Lehrers, der längst Geschichte ist, wird von der Schülerin in einer heutigen ("offenen") Unterrichts- oder Pausensituation gemimt. Das Mädchen rahmt das eigenständige schulische Arbeiten in einer Zeit, in der die Androhung körperlicher Gewalt und deren Realisierung verboten ist, also spaßhaft oder ernst mit einer paradoxen (double bind) und körperliche Züchtigung andeutenden Geste. Wie kann dieser "Anachronismus"! erklärt werden?
Pierre Bourdieu (1987) stellt heraus, dass durch Praxis erworbene und konstant auf praktische Funktionen ausgerichtete, sozial vermittelte Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungsmuster sich zu Habitus-Formen entwickeln, die immer von den Umständen ihrer ersten Aneignung geprägt bleiben. Ein Habitus ist die semantische Form symbolischer Sozialbeziehungen, implizit gibt er also Zeugnis ab von der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe. Der Hintergrund der Geste der Schülerin könnte demnach ein tradierter Habitus sein, der sich beispielsweise in Schulregeln, Prüfungssystemen, diversen Umgangsformen, Lob und Tadel etc. kristallisiert und der das Verhalten der Schülerinnen und Schüler implizit beeinflusst. Es könnten auch private Erfahrungen des Mädchens mit autoritären Maßnahmen zu dieser Geste führen. Markant ist, dass ein tendenziell autoritärer Gestus in dieser "offenen" Unterrichtssituation ausgeführt wird.

(7) Fazit

Die Komplexität und auch Selbstreferentialität alltäglicher Handlungen wurde mit Hilfe eines dokumentierenden Fotos aus dem Kunstunterricht in einer dritten Grundschulklasse detailliert deutlich. Die körperlichen Präsentations- und Inszenierungspraktiken im schulischen Alltag basieren auf vielschichtigen Rahmungen, Annahmen, kulturellen sowie historisch tradierten Verhaltensmustern und auch teils ironischen Rollen(selbst)zuweisungen seitens der interagierenden Kinder. Insbesondere gilt dies für Situationen, in denen es zur Beurteilung von Unterrichtsergebnissen – hier Zeichnungen der Kinder – kommt. Beurteilen ist eine zentrale, gesellschaftlich legitimierte Funktion der Lehrkraft innerhalb der Institution Schule. Kommt es zur Beurteilung in einer reinen Schülergruppe – ohne direkte Interaktion mit der Lehrkraft -, so finden sich in einer solchen Situation dennoch implizit, vor allem auf der performativen Ebene der körperlichen Gesten Hinweise auf das Erziehungshandeln eines Erwachsenen. Die kommunikative Qualität besteht in der spielerischen Zitation kulturell-tradierten Verhaltens Erwachsener. Das Neue – in Form der ironischen Transformation – und die Einbindung in historische Sinnstrukturen sind hier aneinander gekoppelt (Stutz 2008, S. 109). Es erfolgt eine ironische Bedeutungsverschiebung. Schülerinnen und Schüler füllen mit ihrem Verhalten die Leerstelle der fehlenden beurteilenden – tröstenden oder rügenden – Lehrerin aus. Die Kinder haben auch in autonomer Kleingruppenarbeit und selbst beim Fällen ästhetischer Urteile die schulisch-erzieherischen Merkmale einer Beurteilungssituation so sehr internalisiert, dass sie sie gestisch-performativ herstellen.

Literatur

Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt/M. (Suhrkamp) 1987
Gruschka, Andreas: Bestimmte Unbestimmtheit. Chardins pädagogische Lektionen. Gießen (Psychosozial-Verlag) 2004
Gruschka, Andreas: Entdeckt aber nicht erobert. Paolo Veronese malt Kinder und Jugendliche. Gießen (Psychosozial-Verlag) 2004
Gruschka, Andreas: Fotografische Erkundungen zur Pädagogik. Wetzlar (Büchse der Pandora) 2005
Herrlitz, Hans-Georg/Rittelmeyer, Christian (Hg.): Exakte Phantasie. Pädagogische Erkundungen bildender Wirkungen in Kunst und Kultur. Weinheim/München (Juventa) 1993
Kläger, Max: Begegnung mit Kunst durch phänomenologisches Handeln. In: Kirschenmann, Johannes u.a. (Hg.): Ikonologie und Didaktik. Begegnungen zwischen Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik. Weimar (VDG) 1999
Lippitz, Wilfried: Phänomenologie als Methode? In: Lippitz, Wilfried/ Meyer-Drawe, Käte (Hg.): Kind und Welt. Frankfurt a. M. (Athenäum) 2 1987, S. 101-130
Marotzki, Winfried/Niesyto, Horst (Hg.): Bildinterpretation und Bildverstehen. Methodische Ansätze aus sozialwissenschaftlicher, kunst- und medienpädagogischer Perspektive. Wiesbaden (VS-Verlag für Sozialwissenschaften) 2006
Mayring, Philipp: Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu qualitativem Denken, 3. überarbeitete Auflage, München (Beltz, Psychologie Verlags Union) 1996
Mietzner, Ulrike/ Pilarczyk, Ulrike: Methoden der Fotografieanalyse. In: Ehrenspeck, Yvonne/ Schäffer, Burkhard (Hg.): Film- und Fotoanalyse in der Erziehungswissenschaft. Opladen (Leske + Budrich) 2003, S. 21-36
Peez, Georg: Laras erste Kritzel. Eine phänomenologische Fallstudie zu den frühesten Zeichnungen eines 13 Monate alten Kindes. In: Peez, Georg (Hg.): Handbuch Fallforschung in der Ästhetischen Bildung / Kunstpädagogik. Baltmannsweiler (Schneider Verlag) 2007, S. 104-117
Peez, Georg/ Setzkorn, Sandra: Jugendliche Breaker. Eine ikonologische Fotoanalyse. In: Peez, Georg (Hg.): Handbuch Fallforschung in der Ästhetischen Bildung / Kunstpädagogik. Baltmannsweiler (Schneider Verlag) 2007, S. 175-186
Peters, Maria: Blick, Wort, Berührung. Differenzen als ästhetisches Potential in der Rezeption plastischer Werke von Arp, Maillol und Franz Erhard Walter. Phänomenologische Untersuchungen. München (Wilhelm Fink Verlag) 1996
Rittelmeyer, Christian: Studien zu einer empirischen Phänomenologie der Schulbau-Architektur. In: Zeitschrift für Pädagogik, 4/1990, S. 495-522
Rittelmeyer, Christian: Synästhesien. Entwurf zu einer empirischen Phänomenologie der Sinneswahrnehmung. In: Mollenhauer, Klaus u.a. (Hg.): Aisthesis / Ästhetik. Weinheim (Deutscher Studien Verlag) 1996, S. 138-152
Rumpf, Horst: Die Fruchtbarkeit der phänomenologischen Aufmerksamkeit für Erziehungsforschung und Erziehungspraxis. In: Herzog, Max/ Graumann, Carl F. (Hg.): Sinn und Erfahrung. Phänomenologische Methoden in den Humanwissenschaften. Heidelberg (Asanger) 1991, S. 313-335
Sabisch, Andrea: Inszenierung der Suche. Vom Sichtbarwerden ästhetischer Erfahrung im Tagebuch. Bielefeld (Transkript) 2007
Schmidtke, Adrian: Körperformationen. Fotoanalysen zur Formierung und Disziplinierung des Körpers in der Erziehung des Nationalsozialismus. Münster u.a. (Waxmann) 2007
Schulze, Theodor: Das Bild als Motiv in pädagogischen Diskursen. In: Lenzen, Dieter (Hg.): Kunst und Pädagogik. Erziehungswissenschaft auf dem Weg zur Ästhetik? Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft)1990
Seitz, Hanne: Räume im Dazwischen. Bewegung, Spiel und Inszenierung im Kontext ästhetischer Theorie und Praxis. Essen (Klartext) 1996
Stenger, Ursula: Bild-Erfahrungen. In: Fröhlich, Volker/ Stenger, Ursula (Hg.): Das Unsichtbare sichtbar machen. Bildungsprozesse und Subjektgenese durch Bilder und Geschichten. Weinheim/ München (Juventa) 2003, S. 173-193
Stutz, Ulrike: Kommunikationsskulpturen. Entwurf einer sozialräumlichen kunstpädagogischen Praxis. München (kopaed) 2008
Zirfas, Jörg: Performative Prozesse im Schultheater. In: Busse, Klaus-Peter/ Pazzini, Karl-Josef (Hg.): (Un)Vorhersehbares lernen: Kunst – Kultur – Bild. Dortmund (Books on Demand) 2008, S. 113-130

Abbildungslegenden

Abb. 1 Fotosequenz aus dem dokumentierten Unterricht einer dritten Grundschulklasse
Abb. 2 Fotografie aus dem Unterricht einer dritten Grundschulklasse
Abb. 3 Detail aus Abbildung 2
Abb. 4 Jules Girardet (1856-1938) "Erwischt" ohne Jahresangabe (aus der Zeitschrift "Kunst+Unterricht", Heft 39, Okt. 1976, Umschlagseite)


Bibliografische Angaben zu diesem Text:

Wagner, Eva / Peez, Georg: Schüler-Interaktion im Klassenraum. Eine phänomenologisch orientierte Fotoanalyse alltäglicher performativer Gesten. In: Pädagogische Korrespondenz, Heft 45, Frühjahr 2012, S. 92-104